Dienstag, 18. September 2018

Geologischer Werdegang

Wir gehen baden und für Euch gibt's was zu lesen.

Der geologische Werdegang stellt sich wie folgt dar:
Sardinien hat geologisch gesehen seine unruhigsten Zeiten hinter sich. Bei der herzynischen Gebirgsbildung mit Faltung der paläozoischen Sedimente und gewaltigen Granitintrusionen (sardischer Batholit) entstand analog zu den Alpen eine Gebirgslandschaft, die dann lange Zeit der Verwitterung und Abtragung ausgesetzt war.

Mit dem Mesozoikum senkte sich die Landmasse mit den abgeflachten Gebirgsresten und wurde abwechselnd Hebung und Senkung ausgesetzt. In der Trias und im Jura wurden Teile der Insel (besonders der Norden und der Osten) von flacherem Wasser überflutet und es wurden überwiegend kalkige Sedimente abgelagert. Auch am Anfang der Kreide war die Situation ähnlich. Am Ende der Unterkreide gab es einen deutlichen Rückzug der Überflutung, es setze Erosion ein, die z.T. die gesamten Ablagerungen der Unterkreide abtrugen. In der Oberkreide gab es erneut einen Meeresvorstoß wobei erneut kalkige Sedimente abgelagert wurden. Nach der Oberkreide bildeten sich durch Gebirgsbewegungen Schollen, die z.T. angehoben oder abgesenkt wurden. Eine größere Struktur zerteilte die Insel und ein großer Graben bildete sich, der im Tertiär von einem tropischen Meer geflutet wurde. Dabei kam es zur Ablagerung fossilreicher mächtiger Kalksandsteine, die besonders auffällig im Raum Sassari ausgebildet sind.

Vor ca. 11,5 Millionen Jahren folgte die Abspaltung der sardisch-korsischen Platte von Frankreich und die nachfolgende Rotation um 45° gegen das italienische Festland. Vor ca. 6 Millionen Jahren kam die Rotation zum Stillstand. Während der Rotation war Sardinien tektonisch sehr aktiv und an den Rändern zahlreicher Brüche (z.B. der zentrale Campidano-Graben) entstand ein intensiver Vulkanismus, dessen allerletzte Ausläufer bis in das Jahr 8000 v. Christus andauerten.

Heute ist Sardinien konsolidiert, d.h. durch seinen Charakter als starre Platte (Mikrokontinent) ist die Insel selber erdbebensicher. Allerdings ist die Platte - oder vielmehr die ehemalige Rotation - Ursache für z.T. zerstörerische Beben in Mittelitalien. Dabei wird die Spannung der gestauchten Plattenränder im westlichen Italien wieder abgebaut, die sich während der Rotation aufbaute.
Auf die gesamte Insel bezogen, zeigt Sardinien einen grobgegliederten Aufbau in einen Nordwestlichen Teil mit paläozoischen Schiefern, dem im Süden ein größeres Gebiet mit mesozoischen Kalken folgt. Der östliche Teil der Insel besteht aus Kristallin mit Graniten im Norden und Schiefern/Gneisen im Süden und wird im mittleren Abschnitt von weit ausgedehnten mesozoischen Gesteinen überlagert. Der Südwesten (Iglesiente, Sulcis) besteht ebenfalls aus metamorphen Gesteinen. Die gesamte Insel ist durch ein großes N-S verlaufendes Grabensystem geteilt. Entlang diesem sind sehr mächtige vulkanische Decken abgelagert worden, die dem nordwestlichen Inselabschnitt über weite Strecken ein charakteristisches Bild verleihen (Großraum Alghero-Bosa).

Weitere Ausführungen sind dem Cache GC7DQ4T Sardegna - Un microcontinente/ A microcontinent zu entnehmen, von dem auch die bisherigen Ausführungen kommen.

1 Kommentar:

  1. Das ist ja eine aufregende Geschichte !
    Ich hoffe ,dass ihr euer Bad genießen konntet!
    Bei uns waren heute 32 Grad Celsius!
    Euch alles Gute!

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Wir sagen Tschüss Urlaub, Tschüss unseren Mitreisenden, Tschüss Strand, Tschüss italienisches Gelato, Tschüss zum Schnorcheln in smaragdgr...